„Musik baut Brücken“ in der Sängerstadt

Zur Eröffnung der Wanderausstellung mit Fotos, die Syrien vor dem Krieg und im jetzigen Zustand zeigen, haben sich am 18. Juni Menschen verschiedenster Herkunft und Kulturen in der katholischen Pfarrkirche St. Maria Mater Dolorosa in Finsterwalde zusammen gefunden. Im Vorfeld hatten Andreas Jahn, Migrationsbeauftragter vom Caritasverband Diözese Görlitz und Jean Schwarz-Handte vom Diakonischen Werk Lübben gGmbH über Wochen hinweg organisiert, vorbereitet und den Kontakt zwischen der Fotografin Sabine Steputat und Finsterwalder Geflüchteten hergestellt, die gemeinsam mehrere Roll-Ups für die Ausstellung erarbeitet hatten. Die Fragen nach „Syrien- Woher? Wohin?“ ziehen sich wie ein roter Faden durch die ausgewählten Bilder, die ein zerstörtes Land zeigen. Sie zeigen aber eben auch ein Syrien vor dem Krieg, das Sabine Steputat auf ihrer Reportagereise mit der Bagdadbahn 2005 portraitiert hat.

Dass die vielen wichtigen Weltkulturerbestätten mittlerweile zu großen Teilen zerstört worden sind, bedauert auch der aus Aleppo stammende und in Berlin lebende Archäologie-Professor Dr. Mansoun Fansa, der als Vorsitzender des Vereins „Freunde der Altstadt von Aleppo“, einen Rückblick auf die jahrelange Zerstörung und einen Ausblick für einen möglichen Wiederaufbau nach Kriegsende gab. Er freute sich über die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer, nach eigener Aussage hatte er selten so ein großes Publikum erlebt.

Sascha Erler, der das Publikum der mehr als prall gefüllten Kirche durch das Programm führte, konnte im Verlauf des Abends mehrere musikalische Beiträge ankündigen. Den Auftakt machten die Finsterwalder Sänger, die als „wandelnde Wahrzeichen“ natürlich das Sängerlied zum Besten gaben und auch für den freudigen Anlass der Ausstellungseröffnung eine neue Strophe mitgebracht hatten. Später kamen sie noch einmal mit Gerhard Tersteegens Zeilen „Ich bete an die Macht der Liebe“ zurück auf die Bühne. Extra für die Ausstellungseröffnung fanden sich die DaZ-Kinder der Grundschule Finsterwalde Stadtmitte mit "Chorleiter" nassib Ahmadieh zusammen. Mit ihrem Lied "Eine Brise aus der Heimat" passten sie sich thematisch wunderbar an die Ausstellung an und sorgten für Gänsehaut bei den Ausstellungsbesuchern. Begeisterten Applaus erntete auch Israa Hadla. Die studierte Informatikerin, die seit 2015 in Deutschland ist, hat hier gelernt, Gitarre zu spielen. Sie coverte zwei Songs der „Cranberries“ und spielte das Instrumentalstück „Kleine Romanze“. Nassib Ahmadieh, der als künstlerischer Leiter des Kammermusikfestivals und Musikschullehrer längst nicht mehr aus der Finsterwalder Kulturszene wegzudenken ist, begleitete den Sänger und Schauspieler Hamdi Hindawi beim Lied „Die Nacht und Layla“ mit seiner Ud, einem arabischen Zupfinstrument.

Den musikalischen Abschluss in der Kirche bildete der Jugendchor der katholischen Gemeinde, der mit Zeilen von Thomas Laubachs „Wo Menschen sich vergessen“ die Stimmung in der Kirche und den Wunsch nach Frieden bestens traf.

Im Ausstellungsraum des katholischen Gemeindehauses empfing Adel Arnouq das Publikum, wie sollte es anders sein, wieder mit Musik: er bot Ludwig van Beethovens „Für Elise“ dar und leitete damit die Dankesworte von Bernhard Mones ein. Der Caritasdirektor des Bistums Görlitz lobte die tolle Zusammenarbeit der Akteure und wünschte der Ausstellung viele interessierte Zuschauer.

Bürgermeister Jörg Gampe, der die Ausstellung offiziell eröffnete, betonte die seit 2015 bestehende Willkommenskultur in Finsterwalde: „Darauf bin ich sehr stolz und freue mich, dass unser Zusammenleben heute eine kulturelle Ebene erreicht. Musik verbindet Finsterwalde und baut Brücken zwischen den Kulturen, das passt wunderbar zu unserer Sängerstadt Finsterwalde.“ Eine weitere Brücke, die ohne weiteres begangen werden konnte, war die kulinarische. Unter der Leitung eines syrischen Kochs hatten viele Geflüchtete den ganzen Tag über gekocht und so gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern am Abend ein deutsch-arabisches Buffet anbieten können, das auf großen Zuspruch stieß.

Die Verköstigung war einmalig, die Ausstellung kann noch für einige Wochen besucht werden. Vom 18.-24. Juni im katholischen Gemeindehaus, vom 20. Juni bis 8. Juli in der Trinitatiskirche Finsterwalde und vom 9. bis 20. Juli im Kreismuseum in der Langen Straße, Finsterwalde.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Paula Vogel
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