Grundschule und Hort Stadtmitte starten mit Projekt "Bewegung nach Hengstenberg“

Die Grundschüler sollen dabei das "freie Spielen" neu erlernen.

„Für die Kinder ist heute ein bisschen wie im Zoo, weil so viele Erwachsenen ihnen dabei zuschauen, was sie tun“, erklärt Peter Fuchs den Lehrern und Horterziehern, die zur ersten Spielstunde unter dem Motto „Bewegung à la Hengstenberg“ in der Grundschule Stadtmitte gekommen sind. Zuvor hatten Irene Gampe, für Kitas und Schulen zuständige Abteilungsleiten bei der Stadt Finsterwalde, und Frau Richter von der Unfallkasse Brandenburg die Anwesenden begrüßt. Peter Fuchs, Buchautor und Hengstenbergpädagoge erklärt das Prinzip so: „Die Kinder müssen das richtige Spielen erst wieder lernen. Beim echten Spielen geht es gerade nicht um Vorgaben, Rollenverteilungen oder darum etwas zu gewinnen. Es geht um freie Entscheidungen, Motivation, Entdecken und darum, den Dingen auf den Grund zu gehen.“

Zum „freien Spielen“ sind in dieser ersten Hengstenberg-Stunde Kinder aus allen Klassenstufen gekommen.

Neugierig nehmen sie die mitgebrachten „Spielgeräte“ in Augenschein, für die es allerdings keine Spielanleitungen gibt. Die Kippel- und Vierkanthölzer, Spielleitern und Balancierhölzer sollen von den Kindern ganz unvoreingenommen und frei, eben spielerisch entdeckt werden. Nur fünf Regeln gibt es für das gemeinsame Spiel. Die lauten: Zeit lassen, nicht motzen, nicht schubsen und drängeln, die Geräte barfuß nutzen und nur das machen, was man sich auch wirklich zutraut. Wenn es ein „Ziel“ des Spiels gibt, dann nur, dass die Kinder sich selbst vertrauen, ihre Grenzen kennenlernen und sich selbstständig dazu entschließen, wann sie sich beispielsweise über die Kletterleiter trauen und wann sie lieber einen anderen Weg einschlagen. Schwierig ist das Spiel vor allem für „die Großen“, denn Lehrer und Erzieher sollen möglichst wenig, am besten gar nicht eingreifen und die Kinder selbst testen, spielen und eben auch hinfallen lassen.

Obwohl niemand gewinnen oder verlieren kann, es macht den Kindern sichtlich Spaß. Sie erklimmen Leitern, balancieren über Hölzer, kippeln und bauen. "Uns ist besonders aufgefallen, dass die jüngsten Kinder am kreativsten in ihrem Spiel sind. Die Größeren schauen sich dann unterschiedliche Spielweisen bei ihren jüngeren Mitspielern ab, sonst ist das ja meistens andersherum", fällt den Erzieherinnen auf. Die namensgebende Pädagogin Elfriede Hengstenberg hat ein Spiel- und Bewegungskonzept entwickelt, das die Bewegungsvielfalt der Kinder und ihr Selbstvertrauen stärken soll. Die Unfallkasse Brandenburg begleitet und finanziert das einjährige Projekt und stellt auch die Materialien zur Verfügung. Im Gegenzug dokumentiert die Schule ihre Arbeit und Erfolge mit den Materialien. Auch die Stadt Finsterwalde als Träger der Grundschule und des Hortes Stadtmitte freut sich über die Zusammenarbeit mit der Unfallkasse Brandenburg.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Paula Hromada
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