Das Finsterwalder Kammermusik-Festival 2020 präsentiert: Johannes Brahms (1833-1897)

Jubiläumszeit! Im Jahr 2020 findet das zehnte Finsterwalder Kammermusik-Festival statt. Vom 29. Februar bis zum 4. April 2020 bilden die Werke eines Komponisten, Pianisten und Dirigenten den roten Faden unserer Kammermusik-Reihe, zu dessen Melodie „Guten Abend, gute Nacht“ noch heute viele Kinder täglich einschlafen. Bereits in seinen Kindertagen unterrichtete ihn sein Vater, selbst Berufsmusiker, auf der Geige und erkannte das Talent des jungen Johannes Brahms, das schon bald der ganzen Familie nutzte.

Im jungen Alter von 13 Jahren musste er nachts in Kneipen spielen, um zum Unterhalt der Familie beizutragen. Bald fing er an zu komponieren, hatte auch Gelegenheit, sich im Dirigieren zu üben, und erwarb sich daneben durch eifriges Lesen ernster Bücher eine tief fundierte Bildung. Mit 20 Jahren unternahm Brahms eine Konzertreise mit dem ungarischen Geiger Eduard Reményi, besuchte Jos. Joachim in Hannover, der ihn an Franz Liszt in Weimar empfahl.

Auf dieser Konzertreise lernte er in Düsseldorf den Mann kennen, dessen Werken sich das Finsterwalder Kammermusik-Festival im Jahr 2013 widmete: Robert Schumann. Die Begegnung war entscheidend für sein Leben, denn im gleichen Jahr war es Schumann, der Brahms den Weg zu einem Berufsleben als angesehener Musiker ebnete. In einem Beitrag der "Neuen Zeitschrift für Musik" schwärmte Schumann über Brahms und nannte ihn einen Berufenen. Mit Clara Schumann verband Brahms ein sehr inniges Verhältnis. Beim Tod von Robert Schumann stand er ihr bei und kümmerte sich um die sieben Kinder des Paares. Durch gemeinsame Konzertreisen und einen intensiven Briefwechsel blieben Clara Schumann und Johannes Brahms immer in Kontakt. Geheiratet hat Brahms nie.

Der eine oder andere hört den vierten Satz seiner ersten Sinfonie vielleicht täglich ganz aus Versehen: jeden Abend um 19:30 Uhr im Hamburg Journal des NDR Fernsehens als Titelmelodie. Die Werke des Komponisten Johannes Brahms sind bis heute nicht nur in Norddeutschland fast allgegenwärtig. Das Deutsche Requiem, die Ungarischen Tänze oder seine vier Sinfonien - die Kompositionen von Brahms gehören zum Standardrepertoire aller großen Sinfonieorchester dieser Welt. Seine Kammermusik ist ebenfalls wegweisend und äußerst durchdacht. Wie kaum ein anderer verstand er es, die solistischen Instrumente miteinander zu verweben und einander gegenüber zu stellen, sowie Vorzüge eines jeden Instrumentes herauszuarbeiten, ohne jedoch das bis dahin übliche Virtuosentum in den Vordergrund zu stellen. So sind seine kammermusikalischen Werke beispielhaft für die perfekte Balance zwischen Leidenschaft und Disziplin.

Herzensangelegenheit der Festival-Initiatoren sind die Kinderkonzerte, die auch in diesem Jahr stattfinden werden. Grundschulkinder der Sängerstadtregion sind eingeladen, auf kindgerechte und kurzweilige Art und Weise klassische Musik zu erleben und kennenzulernen. Die Kinderkonzerte im Rahmen des Finsterwalder Kammermusik Festivals wurden in den vergangenen Jahren so gut nachgefragt, dass für 2020 gleich zwei Konzertvorstellungen geplant sind. Am 27. März um 10 Uhr und um 11:30 Uhr konnte dafür das Ensemble „The Twiolines“ gewonnen werden.

„Für die Großen“ zieht sich Johannes Brahms in abwechslungsreicher Mischung mit anderen namhaften Komponisten, dargeboten in verschiedenen Besetzungen und Genres, durch das Festivalprogramm. Die Trinitatiskirche zur Eröffnung und zum Abschluss und natürlich das Logenhaus geben mit herausragender Akustik wie gewohnt den treffenden und gemütlichen Rahmen für die Kammerkonzerte. In den Pausen werden die Gäste mit erlesenen Snacks und Getränken versorgt. Freuen Sie sich auf unterhaltsame musikalische Abende und nette Begegnungen beim zehnten Finsterwalder Kammermusik Festival.

 

Das Finsterwalder Kammermusik Festival findet 2020 zum zehnten Mal statt. Seit 2012 verfolgen wir dabei die Idee, jeweils einen ausgewählten Komponisten zu porträtieren. Festivalgesichter waren bereits Claude Debussy, Robert Schumann, Richard Strauss, Dmitri Schostakowitsch, Antonin Dvorak, Ludwig van Beethoven, Edward Grieg  und Franz Schubert. Die künstlerische Leitung haben die beiden Finsterwalder Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh inne. Beide sind Musikpädagogen an der Kreismusikschule Gebrüder Graun, arbeiten als freiberufliche Musiker und sind Mitglieder verschiedener Ensembles, so auch des Weimarer Klavierquartetts. Veranstalter des Festivals ist die Stadt Finsterwalde.

 

Das Programm 2020 – in der Übersicht

 

Samstag I 29. Februar 2020 I 17:00 Uhr I Trinitatiskirche
Weimarer Klavierquartett

Barbara Seifert (Violine)

Jakob Tuchscherer (Viola)

Nassib Ahmadieh (Violoncello)

Johanna Zmeck (Klavier)


Freitag I 6. März 2020 I 19:30 Uhr I Logenhaus
Trio Eisa
Jussef Eisa (Klarinette)

Nassib Ahmadieh (Violoncello)

Johanna Zmeck (Klavier)

 

Freitag I 13. März 2020 I 19:30 Uhr I Logenhaus
„Gestillte Sehnsucht“
Florian Richter (Viola)
Ludmilla Kogan (Klavier)

Mezzosopran der Sempseroper Dresden

Freitag I 20. März 2020 I 19:30 Uhr I Logenhaus
Marc Aurel Quartett Wien

Christian Ruscior (Violine)

Konstanze Heinicke (Violine)

Stephanie Drach (Viola)

Tristan Feichtner (Violincello)

 

Freitag I 27. März 2020 I 19:30 Uhr I Logenhaus
The Twiolins

Marie-Luise und Christoph Dingler (Violine)

Samstag I 4. April 2020 I 17 Uhr I Trinitatiskirche

Musikerinnen und Musiker der Barenboim-Said-Akademie Berlin

Kultur und Städtepartnerschaft

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Dienstag 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr
Donnerstag 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr
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