„OP am offenen Herzen“ erfolgreich beendet

Wichtige Infrastrukturinvestition für die Sängerstadt geschaffen

Die Händlerinnen und Händler, Bürgermeister Jörg Gampe, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und viele dazu gekommene Bürgerinnen und Bürger sind am 2. Dezember in Feierlaune: sie haben ihre Haupteinkaufsstraße zurück und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Wir haben die Freigabe der Straße am Montag unmittelbar positiv zu spüren bekommen, unsere Kunden strömen zahlreich zurück in die Geschäfte und das freut uns natürlich sehr. Die Straße gefällt uns super, wir sind froh, dass es keine Fußgängerzone geworden ist. Die 30-Zone mit den neuen Parkplätzen ist ideal.“ so Annelore Schulz. Die vier Sänger trugen traditionell eine Sonderstrohe des Sängerliedes vor, im Refrain stimmten viele mit ein.

Ziel der Baumaßnahme war es, neben den nötigen Sanierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Kanalarbeiten oder die Erneuerung von Leitungsnetzen und maroden Hausanschlüssen, die Einkaufsstraße attraktiver, weitläufiger und zeitgemäßer zu gestalten. Seitens der Stadt Finsterwalde wurde großer Wert auf eine möglichst kurze Bauzeit und eine offene Kommunikation mit den Anliegern und Händlern gelegt.

Bereits im Februar 2014 und damit vor Beginn der Vorplanung für den 1. Bauabschnitt hatte es eine erste Bürgerbefragung zur Sanierungs- oder Ausbauform der Straße gegeben. Das Ergebnis: die meisten Anlieger und Händler bevorzugten für ihre Berliner Straße eine Sanierung im Bestand. Die anderen beiden Vorschläge, das Gestalten der Straße als ausschließliche Fußgängerzone oder als Einbahnstraße, wurden damit abgelehnt und die Ausbauvariante „Sanierung im Bestand“ in der Stadtverordnetenversammlung am 27. Mai 2015 beschlossen.

Die ursprünglich veranschlagte Bauzeit von drei Jahren konnte verkürzt werden, indem die Baufirmen zur Arbeit im Zweischichtsystem verpflichtete wurde und die Anlieger dabei stets in die Planungen einbezogen wurden. So gelang es, die für die anliegenden Gewerbetreibenden zu erwartende schwierige Zeit kürzer zu halten.

Nach insgesamt drei Informationsveranstaltungen erfolgte mit Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung am 30. März 2016 die Bauvergabe an die Finsterwalder Bau Union GmbH, sodass die Arbeiten im ersten Bauabschnitt im April 2016 beginnen und am 24. November 2016, eine Woche vor dem geplanten Fertigstellungstermin, bereits abgenommen werden konnten. Die Gewerbetreibenden und die Anlieger lobten dabei die vorbildliche Arbeit der Bauleute und den zügigen Baufortschritt, sodass Planer, Anlieger und Stadtverwaltung gemeinsam zuversichtlich am 3. April 2017 in den zweiten Bauabschnitt starten konnten. Das bewährte Zweischichtsystem und die ständige Kommunikation zwischen allen Beteiligten blieben erhalten, auch ein zweites Straßenfest wurde geplant und am 8. September 2017 zur Feier des Endspurts genutzt.

Am 24. November 2017, auf den Tag genau ein Jahr nach Abnahme des 1. Bauabschnittes, konnte auch der 2. Bauabschnitt der Berliner Straße erfolgreich abgenommen und die Straße damit freigegeben werden. Hieß der Fertigstellungstermin zuvor erster Advent, konnte man auch hier einen Vorsprung von einer Woche verzeichnen: alles ist bereit für den Einkaufsbummel bei den Finsterwalder Händlerinnen und Händlern.

Bürgermeister Jörg Gampe: „Ich denke die strahlenden Gesichter der Händler und Anlieger sprechen für sich. Ich freue mich sehr, dass wir unsere Haupteinkaufsstraße so schön neu gestalten konnten und danke allen Beteiligten für Ihren Einsatz. Die Bauleute haben zügig und korrekt gearbeitet, unsere Händlerinnen und Händler haben Geduld und Durchhaltevermögen gezeigt. Der Erfolg des Projektes lag nicht zuletzt in der frühzeitigen Bürgerbeteiligung. Wir haben die Sorgen der Händlerinnen und Händler ernst genommen und mit unserem Baustellenmarketing und ständig neuen Ideen versucht, Umsatzeinbrüche zu vermeiden, zudem waren alle Geschäfte ständig begehbar. Nun lade ich alle Finsterwalderinnen und Finsterwalder zum  Weihnachtsbummel auf den neuen verbreiterten Gehwegen ein.  Auch die Leipziger Straße soll noch vor Jahresende fertig gestellt werden, sodass wir in diesem Jahr einen Riesenschritt in Richtung ‚sanierte Innenstadt‘ gegangen sind.“

Die Bauzeit für beide Bauabschnitte betrug ein Jahr und sieben Monate. Investiert wurden ca. 2,6 Millionen Euro, die im Rahmen der Städtebauförderung zu je einem Drittel von Bund, Land und der Stadt getragen wurden.

Voraussetzung dieses Bauvorhabens war das Umstufungskonzept, dass die Stadt Finsterwalde mit dem Landesbetrieb Straßenwesen verhandeln konnte.

In diesem Konzept wurde die Neuordnung der Hauptverkehrsstraßen in der Stadt mit dem Land festgeschrieben. Da die Städtebauförderung in der Stadt zügig voranschritt, trat die Stadt an das Land mit der Bitte der vorzeitigen Abstufung der Berliner Straße und der Leipziger Straße heran.

2014, initiiert durch den damaligen Bauminister Jörg Vogelsänger, gab es seitens des Landes erstmals Signale, diesem Gedanken folgen zu wollen. Mit dem Jahreswechsel 2014/15 wurde dann die Abstufung der Berliner Straße, der Leipziger Straße und der Oscar-Kjellberg-Straße wirksam. Die Stadt musste hierzu die Finspangsgatan und die Rue de Montataire an das Land abgeben.

Das nächste Bauprojekt an der Berliner Straße wird die Kreuzung an der großen Unterführung sein, die voraussichtlich im Jahr 2019 zum Kreisverkehr ausgebaut werden wird.